Schüleraufsätze - Kriminalgeschichten

 

 

Im Deutsch-Unterricht der 3. Klassen haben wir uns mit Kriminalgeschichten befasst und auch selbst erste Schreibversuche gestartet.

 

Die Beiträge zweier besonders talentierter Schülerinnen möchten wir hier veröffentlichen.

 

 

Ein Wiedersehen mit schwerwiegenden Folgen!    Lena Tockner

 

Das Grauen in der Dunkelheit      Emily Poier

 

 

 

 

 

Ein Wiedersehen mit schwerwiegenden Folgen!

 

„Ich verstehe diese Auto-Navis nicht!“

 

„Hör doch auf, der einzige der es verstehen muss, bin ich!“

 

Zwei Männer sitzen in einem Auto und fahren einen holprigen Waldweg entlang, wo sie sich mit alten Schulfreunden treffen werden.

 

„Bald sind wir angekommen!“ meinte einer der zwei. Nach einer Diskussion wegen dem Navi, das den Weg anders berechnet hatte als geplant, erreichten sie endlich den verlassenen Campingplatz.

„Grüß Gott!“, sprach eine tiefe Stimme im bayerischen Dialekt.

Es war ein großer Mann mit Vollbart und er begrüßte die zwei Herren.

„Andreas, Tomas! Wieder Letzter, wie in alten Zeiten, wisst ihr noch?“

 

Tomas unterbrach ihn, da Robert, der Mann der sie begrüßt hatte, einfach alles immer besser wusste als die Menschen in seinem Umfeld. „Schön euch alle wieder zu sehen!“

Es war ihre alte Maturaklasse, die nach genau zehn Jahren das erste Klassentreffen organisiert hatte – oder besser gesagt – einen Todestag „feierte“. Einen Tag, an dem man an jene Person dachte, die vor genau 10 Jahren bei einer Klassenfahrt ums Leben gekommen war. Der Grund war ein Autounfall gewesen. Ein Taxifahrer hatte das Stoppschild nicht beachtet, aber einige glaubten, dass Max, der neben der toten Maria am Fahrersitz gesessen war und den Unfall nicht mehr verhindern konnte, eigentlich schuld war.

 

Auch er war gekommen, jedoch mit einem schlechten Gewissen, obwohl die Polizei damals allen erklärt hatte, dass der Taxifahrer an diesem schrecklichen Unglück Schuld hatte.

 

Nachdem sich alle begrüßt hatten, schlugen sie ihr Lager auf. Die meisten wollten ein traditionelles Lagerfeuer mit selbst gefangenen Fischen und einigen Pilzen oder Beeren.

 

ZumSammeln der Pilze und Beeren wurden drei von ihnen losgeschickt – Max, Andreas und zu guter Letzt Tomas. Jeder ging in eine andere Richtung. Nach einer Weile kam zuerst Andreas und danach Tomas. Nur von Max fehlte jede Spur. Zuerst dachten alle, er würde noch etwas Zeit brauchen, aber als es dunkel wurde, machten sie sich in Dreiergruppen auf die Suche. Ausgerechnet Tomas musste mit Robert und Ella, auch einer Schulkollegin, die ihn, als er noch jünger war, andauernd mit kitschigen „Liebesbriefen“ genervt hatte, suchen gehen.

 

Natürlich führte Robert die Gruppe durch den Wald. Nachdem sie sich zuerst verirrt hatten, kamen sie schließlich zu einem See.

 

Auf einmal herrschte bei den dreien Totenstille. Nur einige Meter vor ihnen lag eine Leiche. Die Leiche lag verblutet im Wasser - so, dass sie nicht wegtreiben konnte.

 

Ein lauter Schrei von Ella, die vor Angst zu weinen begann, durchbohrte die Stille. Das zog natürlich Aufmerksamkeit auf sich und einige andere Gruppen näherten sich. Als die meisten von ihnen herbeigeeilt waren, brach Panik aus.

 

Erst nachdem sich alle etwas beruhigt hatten, wurde die Polizei gerufen. Diese stellte dann fest, dass der Mann mutmaßlich erschossen worden war.

 

Die Beamten gaben allen Teilnehmern des Klassentreffen Anweisungen:

„Sie müssen wohl oder übel von unseren Kollegen bewacht werden, bis wir uns sicher sind, dass der Mörder für Sie alle keine Gefahr mehr darstellt und Sie nach Hause fahren können“.

 

 

Alle waren ganz außer sich, besonders Ella – sie zitterte am ganzen Körper. Vor zehn Jahren, als ihre damalige Freundin Maria gestorben war, hatte sie einige Behandlungen benötigt, weil sie sehr an ihr gehangen war und es damals nur schwer verkraften konnte.

 

Der Kommissar Jäger fragte inzwischen Robert aus, der auf jeden Fall mehr zu sagen hatte als Ella, die mittlerweile mit einer Freundin im Zelt einen Tee schlürfte und sich beruhigte.

 

„Haben Sie etwas gehört, als Max Becker ermordet wurde?“, fragte der Kommissar.

 

„Nein, ich habe ihn doch losgeschickt, ich fühle mich so schuldig“, erwiderte Robert.

 

„Das brauchen Sie nicht, es war nicht Ihre Schuld. - War jemand Ihrer Freunde zu der Zeit nicht an Ort und Stelle?“, fragte Jäger nach.

 

„Ja, Tomas und Andreas. Aber das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie etwas damit zu tun hätten.“

 

„Wir dürfen keine Möglichkeit auslassen. Wo sind die beiden?“

Darauf antwortete Robert ungewiss: „Ich glaube, Tomas ist jetzt bei Ella und Gudrun im Zelt Tee kochen. Aber wo Andreas ist, weiß ich nicht. Er hat gesagt, er müsse den Kopf etwas frei bekommen, also ist er in den Wald gegangen.“ „Danke“, meinte der Kommissar, „wir werden ihn suchen gehen. Vielleicht hat er etwas mit der Sache zu tun oder weiß etwas.“ Auf seinen Befehl hin schwärmten einige der Polizisten aus um ihn zu suchen.

 

Nach einiger Zeit fanden sie ihn – jedoch mit einem Gegenstand, den sie nicht erwartet hatten. Einer der Männer sah ihn mit einer Pistole in der Hand, nicht weit vom See entfernt, wo die Tat begangen worden war.

Einer von ihnen schrie lauthals durch die Stille des Waldes: „Halt! Lassen Sie sofort die Pistole fallen und legen Sie die Hände hinter den Kopf!“

So wie es sich gehört, befolgte er die Anweisungen. Doch den Schreck sah man ihm an, er wurde ganz blass im Gesicht. Jetzt näherten sich andere Polizisten und legten ihn in Handschellen. Kurz darauf eilten sie zu Kommissar Jäger. „Herr Kommissar“, stammelte Andreas, „Sie müssen mir glauben, ich habe mit der Sache nichts zu tun! Bei meinem Spaziergang habe ich die Pistole gefunden, sie war im Moos versteckt.“ „Sie kommen erst mal mit auf die Polizeistation“ erwiderte der Kommissar.

 

Nach langwierigen Untersuchungen an der Leiche und der Pistole wurde etwas Merkwürdiges festgestellt. „Herr Jäger, die Untersuchung hat ergeben, dass die Pistole zwar in der Hand von Andreas war, aber beim Abzug konnte ich andere Fingerabdrücke entdecken, die zu 99 % nicht zu ihm passen“, erklärte der Beamte, der die Untersuchungen leitete.

„Haben Sie die zweite Person schon identifiziert?“, fragte der Kommissar.

„Nein, bis jetzt noch nicht, aber der Computer müsste jeden Moment fertig sein.“ Der Kommissar erkannte das Gesicht des Täters, das jetzt groß und deutlich am Bildschirm aufschien.

„Es ist dieser Tomas! Wie ich mit meinen Leuten am Campingplatz war, hatte mir ein Mann erzählt, dass auch er zum Tatzeitpunkt nicht bei den anderen war!“

 

Der Doktor fragte: „Aber was war sein Motiv?“

„Das werden wir schon noch früh genug erfahren. Jetzt müssen wir ihn erst mal festnehmen.“

Herr Jäger ging zum Telefon. „Wir wissen jetzt, wer der Täter ist. Sucht nach Tomas Balter!“, erklärte er seinen Leuten am Telefon. - Was?! Ihr habt ihn gehen lassen? Ihr müsst sofort nach ihm fahnden!“

Der Kommissar beteiligte sich selbst an der Suche, aber ohne Erfolg.

 

Später kamen die Ermittler noch einmal zum Lager, wo sie mittlerweile Ella befragten, ob sie wisse, wo Tomas sein könnte.

„Nein, tut mir leid, ich weiß nicht, wo er sein könnte… aber… eine Sache noch … damals… Maria… sie und Tomas waren schon früh verlobt, also ein Paar. Nach der Klassenfahrt wollten sie im Sommer heiraten. Er geht noch immer jedes Jahr an diesem Tag an ihr Grab und betet.“

 

So schnell es nur ging sprang der Kommissar auf und fuhr mit einigen seiner Männer zum Ortsfriedhof.

Er hatte Glück. Vor einem der Gräber hockte ein Mann. Als er bemerkte, dass die Polizei sich näherte, wollte er die Flucht ergreifen, doch die Beamten waren schneller. Tomas versuchte sich zu wehren und aus den Griffen der Polizisten zu befreien – aber ohne Erfolg.

 

Nach einem langen Verhör auf dem Revier gestand er den Mord schließlich. Sein Motiv war Rache Er hätte alles für seine damalige Freundin getan. Dass sie ihm genommen wurde, hatte er nie verkraftet.

Lena Tockner

 

 

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Das Grauen in der Dunkelheit

 

 

An einem ganz gewöhnlichen Sonntag ging Familie Konrad in den Zoo.

Die Familie hatte sich vorgenommen, jeden Sonntag einen Familienausflug zu unternehmen. Sie lebte nämlich erst seit kurzem zusammen, da sich Susanne Konrad erst vor kurzem von ihrem Mann und Vater der Kinder getrennt hatte.

 

Die Kinder, Sabrina und Kevin, waren neun und zwölf Jahre alt und freuten sich schon sehr auf die einzigartigen Tiere.

 

Sie kauften die Eintrittskarten und holten sich zusätzlich noch einen Orientierungsplan von den Tiergehegen. Aufgeregt und fröhlich marschierten sie los. Die Familie bewunderte die Artenvielfalt und die außergewöhnlichen Tiergattungen. Schon bald war es Mittag und aus diesem Grund suchten sie sich ein gemütliches Plätzchen, um eine Kleinigkeit zu essen. Kurz nachdem das Essen serviert worden war, hörten sie plötzlich laute Schreie aus der Ferne.

 

Dafür gab es rasch eine Erklärung. Ein wild gewordener Löwe war aus seinem Freigehege ausgebrochen. Die Tierpfleger hatten alle Hände voll zu tun, um den Löwen wieder einzufangen, damit nichts Schlimmeres passierte. Gott sei Dank gelang dies bereits nach nur kurzer Zeit.

 

Die Familie glaubte bis dahin, dass das die größte Aufregung für diesen Tag war, aber es sollte alles anders kommen.

 

Als Familie Konrad ihr Mittagessen beendet hatte, setzte sie ihren Rundgang im Zoo fort. Die Begeisterung für die Tiere war riesig, dadurch verlor sie jegliches Zeitgefühl.

 

Nachdem sie endlich den Ausgang gefunden hatte, war bereits die Dunkelheit hereingebrochen. Die Familie suchte vergeblich nach ihrem geparkten Auto. Der Vater sagte schließlich: „Ich glaube, dass sie unser Auto bereits abgeschleppt haben.“

 

Nun blieb ihnen leider nichts anderes übrig, als sich zu Fuß auf den Heimweg zu machen. Nach ungefähr einem Kilometer meinte der Vater: „Ich muss mir nur meine Schuhe zubinden. Wartet nicht auf mich, ich komme euch schon wieder nach.“

 

Der Vater beugte sich zu seinen Schuhen hinunter und da spürte er plötzlich einen Messerstich in seinem Rücken. Bevor er sich noch umdrehen konnte, fiel er tot zu Boden. - Der Täter konnte unbemerkt die Flucht ergreifen.

 

Nach einiger Zeit begannen sich die Mutter und die Kinder Sorgen zu machen, da der Vater nicht wieder auftauchte. Die Kinder schrien durch die dunkle Nacht: „Papa, wo bist du, was dauert denn so lange?“

 

Doch es kam keine Antwort. Nun machte sich auch die Mutter Sorgen. Sofort kehrten sie um und machten sich mit der Handy-Taschenlampe auf die Suche nach ihrem Vater.

 

Plötzlich sahen sie einen regungslosen Körper am Boden liegen. Es war wie in einem Albtraum.

 

Alle begannen gleichzeitig hysterisch zu rufen, weinen und schreien: „Oh, mein Gott!“ Was sie da sahen, war ihr ermordet am Gehsteig liegender Vater.

 

Die Mutter verständigte unter Tränen und geschockt sofort den Notarzt und die Polizei. Diese trafen wenige Minuten später am Tatort ein, konnten aber leider nicht mehr helfen, denn für den Vater kam jede Hilfe zu spät.

 

Nachdem es offensichtlich war, dass der Vater ermordet worden war, nahm die Polizei sofort die Ermittlungen auf und sicherte den Tatort. Sie befragte alle zutiefst betroffenen Familienmitglieder. Sowohl der Familie als auch der Polizei gab es zu diesem Zeitpunkt ein Rätsel auf, wer für diese grauenhafte Tat verantwortlich sein könnte.

 

Der einfühlsame Kommissar Herr Neunberg brachte die schwer geschockte Familie nach Hause und meinte, dass er am nächsten Tag wiederkommen würde, um weitere Fragen zu stellen.

 

Tatsächlich läutete es am nächsten Morgen an der Tür von Frau Konrad. Die Polizei war erneut gekommen.

 

„Guten Morgen“, haben Sie sich ein bisschen ausruhen können? Wenn Sie bereit sind, möchten wir Ihnen ein paar Fragen stellen. - Hatte ihr Mann Feinde oder sonst irgendwelche Probleme, welche zu dieser Tat geführt haben könnten?“

 

Frau Konrad antwortete zögerlich: „Für mich käme nur einer in Frage -. und dies wäre mein Ex-Mann, da dieser sehr eifersüchtig auf unsere neue Familie war. Er wollte seit einiger Zeit das alleinige Sorgerecht für unsere Kinder erwirken. Dies wurde jedoch abgelehnt, da er bereits mehrere Vorstrafen wegen einiger Gewaltdelikte hat.“

 

Die Beamten verabschiedeten sich, bedankten sich für ihre Aussage und sprachen ihr aufrichtiges Beileid aus.

 

Anschließend machten sich die Beamten umgehend auf den Weg zu Frau Konrads Exmann. Nach kurzer Fahrt hatten sie die besagte Wohnung erreicht und klopften dort an. Man hörte lautes Gebell eines Hundes und schließlich öffnete nach kurzer Zeit ein verwahrloster Mann. Die Polizeibeamten erklärten dem Mann, was der Grund für ihren Besuch war.

Der Polizist Neunberg und sein Kollege fragten den Mann: „Wo waren Sie gestern zwischen 20 und 21 Uhr?“

 

Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort: „Ich war allein mit meinem Hund zu Hause und habe mir einen spannenden Film angesehen.“

 

„Da Ihr Alibi von niemandem bestätigt werden kann, müssen wir Sie bitten, uns auf das Revier zu folgen, um Ihre Aussage aufzunehmen“, erklärte einer der Beamten.

 

Nach Ankunft am Revier begannen die Beamten umgehend mit der Befragung des Mannes. Einige Stunden später konnte der Exmann von Frau Konrad schließlich dem Druck nicht mehr Stand halten.

 

Er gestand: „Ich habe ihn umgebracht. Ich habe es aus Liebe zu meiner Familie getan. Ich wollte, dass sie wieder zu mir zurückkommt und wir wieder ein gemeinsames Leben führen können.“

 

Dieses Geständnis reichte den Beamten aus, um eine sofortige Verhaftung zu ermöglichen. Frau Konrads Exmann wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Emily Poier

 

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